Die Kohle fließt weiter
Jens Spahn ist zurückgetreten, aber nur vom Fraktionsvorsitz. Sein Bundestagsmandat behält er, und mit ihm die Abgeordnetenentschädigung von derzeit rund 11.800 Euro im Monat. Der Posten ist weg, die Kohle fließt weiter.
Am Freitag klang Friedrich Merz noch gelassen: Das Verbot der Leihmutterschaft bleibe, alles Weitere bespreche man am Montag im Präsidium. Nach übereinstimmenden Medienberichten hatte er seinen Fraktionschef da längst zum Rücktritt aufgefordert.
Als der Rücktritt am Samstag da war, nannte Merz ihn „richtig und unvermeidlich“. Unvermeidlich wurde er, als der eigene Parteichef ihn verlangte: Ein Fraktionsvorsitzender hält sein Amt nur, solange die Spitze ihn trägt. Merz entzog ihm den Rückhalt und nannte den Fall dann Schicksal. Im selben Text dankte er Spahn als „wichtige Stütze der Koalition“ und erklärte, Glaubwürdigkeit sei in der Politik das höchste Gut. Man darf den Satz neben seine eigenen Versprechen legen.
Auch der Kalender passt. Der Rücktritt kam vor dem Montags-Präsidium, das Merz selbst angekündigt hatte. Am Sonntag steht sein ZDF-Sommerinterview an. Vorher herrscht Klarheit.
Die Amtsgeschäfte der Fraktion übernimmt bis zur Neuwahl der CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann.
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