Ein Schelm, wer Böses denkt
Bei seiner Sommerpressekonferenz erklärte Friedrich Merz große Teile des Migrationsproblems für gelöst. Die illegalen Einreisen seien deutlich gesunken, im Juni rund 3.300, etwa 2.300 weniger als ein Jahr zuvor.
Gesunken ist die Geschwindigkeit, nicht die Zahl. Allein von Januar bis Mai 2026 wurden 50.293 Asylanträge gestellt. Weniger als im Vorjahr, ja, aber jeden Monat kommen Tausende hinzu, und abgezogen wird niemand. Dazu 1,3 Millionen Schutzsuchende aus der Ukraine. Ein Bestand, der langsamer wächst, ist nicht gelöst. Er wächst.
Und die Zahlen, die Merz nicht nannte. Die Vergewaltigungen stiegen 2025 um neun Prozent, seit 2018 um rund zweiundsiebzig Prozent. Nichtdeutsche stellen dabei 38,5 Prozent der Tatverdächtigen, bei der Gewaltkriminalität insgesamt 42,9 Prozent, ihre Tatverdächtigenbelastung ist rund viermal so hoch wie die von Deutschen. Das ist die Wirklichkeit, die sich nicht an der Grenze entscheidet.
Im Januar 2025 hatte Merz dauerhafte Grenzkontrollen an allen Grenzen versprochen. Davon blieb nichts. Er erklärt einen Erfolg an einem Ziel, das er selbst verkleinert hat, und wundert sich, dass ihm die Umfragen davonlaufen und die AfD im Sonntagstrend vorn steht.
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