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Deutschland

Sprengstoff auf der Südpiste

KI-Illustration: Ein Sprengstoffexperte untersucht eine beschädigte Drohne auf dem Rollfeld vor einer Antonow-Frachtmaschine
KI-Illustration

Am Flughafen Leipzig/Halle ist eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung bis in den Sicherheitsbereich gelangt. Auf das Gelände eines der wichtigsten deutschen Luftfracht-Drehkreuze.

In der Nacht auf den 5. August wurde kurz vor Mitternacht zunächst ein unbekanntes Flugobjekt beobachtet. Beide Start- und Landebahnen mussten geschlossen, mehrere Maschinen umgeleitet werden. Nahe der Südpiste entdeckte schließlich ein Flughafenmitarbeiter die Drohne.

An ihr befand sich nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft eine Sprengvorrichtung. Spezialisten untersuchten das Gerät mit einem Roboter und entfernten den Zünder. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach anschließend von einer „neuen Qualität der Gefahr“ und einem möglichen hybriden Anschlagsszenario.

Neu war vor allem, wie weit die Gefahr gekommen war.

Leipzig/Halle ist ein ziviler Flughafen mit strategischer Bedeutung. Der Airport wird von der Bundeswehr und von NATO-Partnern für militärische Transporte genutzt. Zugleich befindet sich dort die europäische Basis der ukrainischen Antonov Airlines. Mehrere ihrer riesigen Transportmaschinen sind in Leipzig stationiert.

In genau diesem Umfeld landete eine mit Sprengstoff versehene Drohne.

Wer sie steuerte, von wo sie gestartet wurde und welches Ziel sie hatte, ist bislang unbekannt. Ebenso ungeklärt ist, ob die Drohne abstürzte, gezielt abgesetzt wurde oder ihr Auftrag technisch scheiterte. Die Ermittler verfügen über eine reale Sprengvorrichtung, aber über keinen öffentlich bekannten Täter.

Die entscheidende Sicherheitsfrage beginnt einige Minuten vor dem Fund: Wie kann eine präparierte Drohne auf das Gelände eines strategisch bedeutenden Flughafens gelangen, ohne vorher abgefangen zu werden?

Das Problem kam nicht überraschend. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung wurden allein im ersten Halbjahr 2026 achtzehn unerlaubte Drohnen am Flughafen Leipzig/Halle registriert. Über Drohnenabwehr, neue Zuständigkeiten und hybride Bedrohungen wird seit Monaten gesprochen.

In Leipzig begann die Abwehr, nachdem die Drohne bereits unten lag.

Dobrindt reiste an, traf Vertreter der Sicherheitsbehörden und erklärte den Vorfall zur neuen Gefahrenstufe. Die Einstufung beschreibt zugleich, wie weit politische Sicherheitskonzepte und die Wirklichkeit auf dem Rollfeld auseinanderliegen.

Ein Frachtflughafen mit militärischer Bedeutung, ukrainischen Großtransportern und einer langen Serie unerlaubter Drohnenflüge hatte kein theoretisches Drohnenproblem. Er hatte ein angekündigtes.

Jetzt lag dort Sprengstoff.

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Aus der RedaktionDeutschland baut Abwehrzentren, beschließt neue Gesetze und spricht von einer europäischen Drohnenmauer. Am Flughafen Leipzig/Halle gelangte eine präparierte Drohne trotzdem bis zur Südpiste. Gefunden wurde sie von einem Flughafenmitarbeiter. Die „neue Qualität der Gefahr“ bestand auch darin, dass sie bereits durchgekommen war.
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