Samthandschuhe für links
Das ZDF hat einen Auftritt abgesagt, und in der Sache war das richtig.
Der Rapper Danger Dan und der Pianist Igor Levit sollten in der „Anstalt“ auftreten. Danger Dans Lied grüßt die Hammerbande, eine linksextreme Schlägertruppe, deren Mitglieder zum Teil verurteilt sind. Der ZDF-Intendant nennt es eine Gebrauchsanweisung zum gewaltbereiten Widerstand. Damit hat er recht.
Doch nun fordern mehrere Mitglieder des Fernsehrats in einem offenen Brief, der Sender hätte ihn auftreten lassen müssen. Ausgerechnet das Aufsichtsgremium des Gebührenfunks verlangt die Bühne zurück, für einen Gruß an eine gewalttätige Bande.
Das ist kein Ausrutscher, das ist das Muster. Wer links steht, wird mit Samthandschuhen angefasst. Wer nicht links genug ist, bekommt einen Stempel, und der Stempel heißt heute „rechts“, ob einer am Rand steht oder nur nicht der reinen Lehre folgt. Eine linke NGO mobilisiert, das nennt man Zivilgesellschaft. Mobilisiert die andere Seite, heißt es rechtsextrem, im Zweifel Nazi.
Man muss sich das Gegenstück nicht ausdenken, es existiert, und bei ihm sitzt der Stempel zu Recht. Der Rapper Chris Ares wird seit 2016 vom bayerischen Verfassungsschutz als rechtsextrem geführt. Einen solchen Musiker holt kein Sender auf die Bühne, und kein Aufsichtsgremium würde es fordern. Für das linke Pendant fordert es der Fernsehrat.
So entsteht die Schlagseite, die sich später „ausgewogen“ nennt. Wenn schon das Gremium, das die Balance sichern soll, in eine Richtung kippt, kann die Berichterstattung darunter nicht in der Mitte landen. Die Mitte wird dann von links vermessen.
Der Gebührenfunk sendet für alle und wird von allen bezahlt. Angefasst wird nur eine Seite mit Samthandschuhen.
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