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Durchschaut

Auskunft nur noch mit Grund

Die Koalition plant, das Informationsfreiheitsgesetz einzuschränken. Der Kreis derer, die Auskunft verlangen dürfen, soll kleiner werden, und jede Anfrage soll künftig begründet werden. Was heute ein Bürgerrecht ist, wird damit zur begründungspflichtigen Ausnahme.

Das trifft im Kern die Presse und alle, die Behördenhandeln nachprüfen wollen. Ein Staat, der Auskunft von einer akzeptablen Begründung abhängig macht, entscheidet selbst, wer ihn kontrollieren darf. Das ist das Gegenteil von Transparenz.

Bemerkenswert ist, wie zahm der Gebührenfunk das begleitet. Ausgerechnet ein Vorhaben, das die eigene Zunft schwächt, wird als technische Reform gemeldet, mit Kritik im Konjunktiv. Ginge die Einschränkung von einer unliebsamen Regierung aus, stünde der Aufschrei in der Überschrift.

Informationsfreiheit ist kein Verwaltungsdetail, sondern die Grundlage dafür, dass Bürger und Journalisten dem Staat auf die Finger schauen können. Wer sie einschränkt, verdient Gegenwind, nicht eine Meldung im Fachton.

Mehr dazu: Der Staat macht zu

Aus der Redaktion An diesem Punkt müsste der Gebührenfunk am lautesten sein, denn es geht um sein eigenes Werkzeug. Dass er es nicht ist, sagt mehr über seine Nähe zur Macht als jede Programmanalyse. Wir halten fest, wer hier leiser wird.
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