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Klima

Wenn Rendite Rettung heißt

„Wie Windräder den Wald retten sollen“, so die Überschrift. Wer den Bericht liest, findet eine nüchternere Geschichte. Der Thüringenforst-Vorstand möchte mit der Windkraft Geld verdienen, weil der Wald durch Dürre und Borkenkäfer schwer geschädigt ist. Die Schäden der letzten sieben Jahre summieren sich auf über 200 Millionen Euro, und der Staatsforst soll sich finanziell selbst tragen.

Die Erträge sollen in Pflege und Aufforstung zurückfließen, so das Argument. Das ist ein plausibles Finanzierungsmodell. Nur ist ein Finanzierungsmodell etwas anderes als eine Rettung, und genau diese Verschiebung leistet die Überschrift: aus einer Einnahmequelle wird eine gute Tat am Ökosystem.

Der Text selbst liefert die Einwände mit, die die Zeile ausblendet. Windräder sind eine Gefahr für Fledermäuse und Vögel, die die Thermik über dem Wald nutzen. In Teilen der Bevölkerung ist die Ablehnung groß, ein Projekt im Friedrichrodaer Wald ist zuletzt gescheitert. Und dass ortsferne Investoren am Wald verdienen könnten, stößt vielen Anwohnern auf.

Niemand bestreitet, dass der Wald sich verändert und Geld für den Umbau braucht. Bestreitbar ist die Wortwahl. Wer ein Ertragsmodell zur Rettung erklärt, macht Zustimmung zur Pflicht und den Zweifel zur Naturfeindlichkeit.

Aus der Redaktion Ein klammer Staatsforst, der neue Einnahmen sucht, ist ein legitimes Thema. Man kann es offen so nennen. „Den Wald retten“ klingt nur schöner als „die Kasse füllen“.
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