Was das Auge sieht, zählt nicht
Die FIFA hat erklärt, warum das Tor zählte. Sie beruft sich auf Daten, die nur sie besitzt.
Im Viertelfinale Norwegen gegen England fiel der Ausgleich durch Jude Bellingham in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Zuvor hatte der Abstoß von Torhüter Ørjan Nyland nach dem Eindruck vieler Bilder das Stahlseil der Spidercam berührt. Die Sportschau schreibt, die Kugel sei „ruckartiger zu Boden“ gefallen, als es die normale Flugbahn hergegeben hätte.
Der VAR griff nicht ein. Mark Clattenburg, früher selbst FIFA-Schiedsrichter, sagte bei FOX: „Wenn der Ball ein Objekt berührt, das nicht zum Spielfeld gehört, muss das Spiel unterbrochen werden.“
Die FIFA erklärte noch während des Spiels, der Sensor im Ball habe keinen „Herzschlag“ gezeigt: „Es gibt daher keinen Beweis, dass der Ball das Kabel berührt und die Bewegung des Balls verändert hat.“ Am Sonntag schob sie nach, das Signal habe zu jeder Zeit zur Verfügung gestanden, und widersprach damit der spanischen Marca, die eine Unterbrechung vermutet hatte. Auf den Livebildern sei „eindeutig zu erkennen“ gewesen, dass sich die Kamera weder bewegt noch erschüttert habe.
Damit ist die Sache entschieden. Was auf dem Bild zu sehen ist, gilt nicht. Was der Sensor sagt, gilt. Der Sensor gehört der FIFA. Die Daten liegen bei der FIFA. Ausgewertet werden sie von der FIFA. Und die Entscheidung, ob überhaupt hingesehen wird, trifft die FIFA.
Nach dem Regelwerk des IFAB wird ein Spiel nicht ungültig durch eine falsche VAR-Entscheidung und auch nicht dadurch, dass ein Vorfall gar nicht überprüft wurde. Vier Wege, es falsch zu machen, null Konsequenzen.
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