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Teurer bestellen, Brüssel jubelt

Seit 1. Juli kostet jede Bestellung aus Nicht-EU-Ländern extra. Die Kommissionspräsidentin nennt das Verbraucherschutz.

Seit dem 1. Juli erhebt die EU auf Online-Bestellungen aus Nicht-EU-Staaten mit einem Warenwert unter 150 Euro eine neue Importabgabe. Während viele Kunden über die zusätzlichen Kosten verärgert sind, feiert Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Maßnahme öffentlich als Erfolg: Sie stelle die „Fairness für europäische Unternehmen“ wieder her. 30 Millionen Europäer seien im Einzelhandel beschäftigt, günstige Importe hätten heimische Händler benachteiligt, viele Produkte entsprächen nicht den EU-Sicherheitsstandards. Die Abgabe diene daher auch dem Schutz der Verbraucher.

Bemerkenswert ist der Dreh. Eine Abgabe, die Verbraucher direkt zahlen, wird als Schutz eben dieser Verbraucher verkauft. Wer im Ausland bestellt hat, tat das, weil es billiger war. Die neue Gebühr nimmt diesen Vorteil, und die Rechnung landet beim Käufer, nicht beim Exporteur.

So funktioniert die Vokabel: Aus einer neuen Belastung wird „Fairness“, aus einer Preiserhöhung „Verbraucherschutz“. Der Staatsfunk müsste diese Einordnung nur übernehmen, und die Schlagzeile trägt sich von selbst. Was der Griff ins Börsel der Kunden konkret ausmacht, steht dann im Kleingedruckten.

Aus der Redaktion Schutz, der Geld kostet und den Geschützten in Rechnung gestellt wird, ist erst einmal eine Steuer mit besserer PR. Man darf das gut finden. Man sollte es nur nicht ungeprüft „Fairness“ nennen.
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