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Ausland

Nigeria: Hunger und die Ursache

17 Millionen Menschen im Norden Nigerias droht Hunger. Den Grund nennt die UNO im selben Bericht.

Im Norden Nigerias sind laut dem Welternährungsprogramm der UNO mehr als 17 Millionen Menschen von einer schweren Hungerkrise bedroht, fast zwei Millionen mehr als in früheren Prognosen. Es ist der schlimmste Stand seit fast einem Jahrzehnt.

Als Ursachen nennt das Welternährungsprogramm islamistische Aufstände im Nordosten und bewaffnete Banden, die die Bevölkerung vertreiben, Bauern von den Feldern halten und Hilfslieferungen blockieren. Im Bundesstaat Borno allein sind über drei Millionen Menschen betroffen. Zugleich fehlt Geld: Für die kommenden sechs Monate braucht die Organisation 89 Millionen Dollar und kann derzeit nur einen Teil der bisher Versorgten erreichen.

In der Überschrift stehen die runde Zahl und der Spendenbedarf, der Treiber, die islamistische Gewalt, steht im Text. Beides gehört zur Wahrheit, doch die Reihenfolge lenkt den Blick: auf die fehlenden Millionen, nicht auf die Männer mit den Waffen.

Aus der Redaktion Hunger ist eine Katastrophe, und Hilfe ist nötig. Wer aber nur nach mehr Geld ruft und die Gewalt kleinschreibt, die den Hunger macht, behandelt das Symptom und lässt die Ursache laufen.
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