Nur noch staatliche Siegel
Der Nationalrat hat Maßnahmen gegen sogenanntes Greenwashing beschlossen. Kernpunkt: Nachhaltigkeitssiegel dürfen künftig nur noch verwendet werden, wenn eine staatliche Stelle dahintersteht. Die Regeln sollen ab Ende September gelten.
Der Gebührenfunk meldet das im reinen Verbraucherschutz-Ton: endlich Klarheit, Schluss mit falschen Öko-Versprechen. Die Stoßrichtung klingt gut, und deshalb wird sie kaum hinterfragt.
Die andere Seite bleibt unbeleuchtet. Wenn nur noch staatlich anerkannte Siegel zählen, entscheidet künftig eine Behörde, welche Nachhaltigkeit werben darf und welche nicht. Das ist mehr Bürokratie, mehr staatliche Definitionsmacht und ein Vorteil für alle, die den Zugang zu diesen Stellen haben. Kleinere Anbieter tragen die Last.
Ob das Gesetz mehr Ehrlichkeit oder vor allem mehr Verwaltung bringt, wäre die berichtenswerte Frage. Sie wird nicht gestellt, weil das Etikett Verbraucherschutz jede Nachfrage von vornherein erledigt.