170 Organisationen, kein Gegenwort
Mehr als 170 Glaubensorganisationen fordern von der EU einen rascheren Ausstieg aus fossilen Energien. Der Staatsfunk meldet den Appell wie einen Beschluss.
Zum Beginn der irischen EU-Ratspräsidentschaft riefen über 170 christliche Glaubensgemeinschaften und kirchliche Organisationen aus 20 EU-Staaten zu „entschlosseneren“ Klimaschutzmaßnahmen auf. Die Initiative „Europe, Be Faithful for Our Common Home“ vertritt nach eigenen Angaben rund 33,1 Millionen Europäer und verlangt einen beschleunigten Ausstieg aus fossilen Energieträgern, deutlich höhere Investitionen in erneuerbare Energien und eine dauerhafte Steuer auf Übergewinne der fossilen Industrie. Zu den Unterstützern zählen die Laudato-Si-Bewegung und Caritas Europa. Laut einer zitierten Studie sollen die Emissionen der EU-Ölkonzerne seit dem Pariser Abkommen weltweit Klimaschäden von 1,5 Billionen US-Dollar verursacht haben.
Der ÖRR übernimmt den Appell mitsamt seiner Vokabel: Klimaschutz als „soziale und ethische Verpflichtung“, die 33,1 Millionen, die 1,5 Billionen, alles durchgereicht wie berichtet. Keine Gegenstimme, keine Frage nach den Zahlen oder danach, ob pastoraler Auftrag und Energiepolitik in einer Meldung zusammengehören. Ein Interessenappell liest sich wie ein Nachrichtenereignis.