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Netze nach zentralem Plan

Die EU-Energieminister bringen das Netzpaket voran. Ein Teil der Engpasserlöse soll künftig grenzüberschreitend investiert werden.

Am 26. Juni einigten sich die EU-Energieminister in Luxemburg auf eine gemeinsame Verhandlungsposition zum „European Grids Package", der Überarbeitung der Regeln für die transeuropäische Energieinfrastruktur samt schnellerer Genehmigungen. Kern ist ein gemeinsamer Planungsrahmen für Strom-, Wasserstoff- und Gasnetze, für den die Kommission ein „Zentralszenario" auf Basis von Zulieferungen der Mitgliedstaaten erstellen soll, um Engpässe und Lücken zu identifizieren.

Wichtig, und in der Empörung oft übersehen: Laut einem Bericht haben sich die Mitgliedstaaten nach Streit mit Brüssel eine stärkere Rolle gesichert. Das Ergebnis ist ein Kompromiss, kein Durchregieren der Kommission im Alleingang. Zugleich vereinbarten die Staaten, einen Teil der ungenutzten Engpasserlöse, also der Einnahmen aus Netzengpässen zwischen den Gebotszonen, in grenzüberschreitende Projekte gegen ebendiese Engpässe zu reinvestieren.

Genau hier liegt der wunde Punkt für Verbraucher. Erlöse, die bisher tendenziell die Netzkosten dämpften, sollen künftig in Ausbauprojekte fließen. Wer am Ende über die Netzentgelte zahlt, steht selten in der Überschrift. Der ÖRR rahmt das Paket als „modernisiertes Netz für die Dekarbonisierung". Dass zentrale Planung und die Umverteilung von Netz-Erlösen verhandelt werden, ist der Teil, der leiser referiert wird.

Aus der Redaktion Mehr Kupplung zwischen den Netzen kann sinnvoll sein. Nur sollte man den Bürgern ehrlich sagen, dass ihre Netzentgelte am Ende einen Teil davon tragen, statt es allein als Klimafortschritt zu verkaufen.
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