Reform heißt hier Kürzung
Das Bundesfamilienministerium plant, das Elterngeld zu kürzen. Statt bisher 14 soll es künftig nur noch zwölf Monate lang gezahlt werden. Die volle Dauer gibt es nur, wenn Mutter und Vater je mindestens drei Monate Auszeit nehmen, bisher reichten zwei. Mindest- und Höchstbetrag steigen leicht, von 300 auf 330 und von 1.800 auf 1.900 Euro.
Gemeldet wird das vielerorts als „Reform“ und „Modernisierung“. Das ist die freundliche Vokabel für einen Vorgang, der im Kern eine Leistungskürzung ist. Der ehrlichere Anlass steht klein: Die Ministerin muss im kommenden Jahr rund 500 Millionen Euro in ihrem Etat einsparen.
Wer eine Kürzung „Reform“ nennt, verschiebt die Frage. Aus „der Staat streicht zwei Monate Familienzeit“ wird „der Staat ordnet die Familienzeit neu“. Dass Familien am Ende weniger bekommen, muss man sich aus den Absätzen darunter zusammensuchen.
Man kann für kürzeres Elterngeld gute Gründe nennen, Haushaltsdisziplin gehört dazu. Nur sollte die Nachricht dann auch so heißen: Es wird gespart, bei jungen Familien. Das Wort „Reform“ schmückt eine Rechnung, die andere bezahlen.