Ein Schnitt ins Gesicht
John Rudat, einundzwanzig, US-Amerikaner, sah in einer Dresdner Straßenbahn zu, wie ein Mann seine Freundin schlug. Er griff ein. Für diese eine Sekunde Anstand zog ihm ein vorbestrafter Syrer ein Cuttermesser durchs Gesicht. Lid, Nase, Lippe, bis in den Mund. Die Narbe bleibt, ein Leben lang.
Der zweite Angreifer, ebenfalls ein vorbestrafter Syrer, hatte die Prügelei begonnen, die alles auslöste.
Am Montag sprach das Landgericht Dresden das Urteil. Der Mann mit dem Messer: drei Jahre Jugendhaft. Der Mann, der anfing: ein Jahr, acht Monate, auf Bewährung. Sozialstunden, Anti-Aggressions-Kurs, dann nach Hause.
Stellen wir es nebeneinander, wie es sich gehört. Der Deutsche mit dem US-Pass, der einer fremden Frau half, trägt die Entstellung. Der Syrer, der die Gewalt begann, ist heute Abend zu Hause. Der Syrer, der zustach, sitzt drei Jahre in der Jugendkammer, für ein zerschnittenes Gesicht.
Beide saßen elf Monate in Untersuchungshaft, beide sagten, sie seien betrunken gewesen. Reue, am Ende, gehört zum Programm.
Rudat sagte der Jungen Freiheit, er verstehe inzwischen, warum so viele Deutsche das Vertrauen in ihre Justiz verloren hätten. Ein Gast, der eine Bürgerin schützte und dafür ein Messer im Gesicht trug, sagt den Satz, den die Politik seit Jahren umgeht.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
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