Rekord, und gleich der Ruf nach mehr
Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung hat den Drogenbericht vorgestellt. Laut Bericht starben im vergangenen Jahr rund 2.150 Menschen an den Folgen ihres Konsums, ein neuer Höchststand.
Der Gebührenfunk hat die Deutung parat: Es brauche ein besseres Hilfesystem. Die Forderung mag berechtigt sein. Auffällig ist, dass sie die einzige bleibt. Aus einer Rekordzahl an Toten wird binnen eines Satzes ein Ausbauwunsch, nicht die Frage nach dem, was bisher schieflief.
Denn ein Höchststand ist auch eine Bilanz. Er stellt Fragen an eine Drogenpolitik, die seit Jahren mehr verwaltet als löst, an offene Szenen, an gescheiterte Prävention, an die Wirkung teurer Programme. Diese Fragen wären unbequem, deshalb bleiben sie aus.
So wird aus der schlimmsten denkbaren Nachricht ein Argument für mehr vom Selben. Wer nur nach mehr Hilfesystem ruft, muss nicht erklären, warum das bisherige System diesen Rekord nicht verhindert hat.