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Deutschland

Deutschland bremst, Amerika kauft

KI-Illustration: Ein Preisschild mit 5,1 Milliarden Euro hängt vor einem Lastwagen des Ventilatorenherstellers ebm-papst
KI-Illustration auf Basis eines Pressefotos. Foto: ebm-papst; KI-Bearbeitung: RealFunk.

ebm-papst wächst. Nur sein Heimatmarkt nicht. Jetzt soll der amerikanische Industriekonzern Madison Air den schwäbischen Ventilatorenhersteller übernehmen. Unternehmenswert: 5,1 Milliarden Euro.

Die Vereinbarung ist unterschrieben. Der Abschluss wird um den Jahreswechsel erwartet und braucht noch mehrere behördliche Freigaben.

Die Diagnose des Verkäufers ist bemerkenswert klar. Europa zeigte zuletzt „solides Wachstum“. Der deutsche Markt dagegen fiel deutlich unter das Vorjahr. Als Hauptgrund nennt ebm-papst in seiner Jahresbilanz die anhaltende Investitionszurückhaltung und die Unsicherheit im wirtschafts- und energiepolitischen Umfeld.

Dabei verkauft sich kein Sanierungsfall. Der Konzern steigerte den Umsatz um rund sechs Prozent auf 2,236 Milliarden Euro, das Kerngeschäft Lufttechnik sogar um zwölf Prozent. Forschung und Entwicklung kosteten 142,7 Millionen Euro. Noch im Mai kündigte ebm-papst wegen der Nachfrage aus Rechenzentren neue Produktionsstellen in Mulfingen-Hollenbach im unteren dreistelligen Bereich an.

Madison Air verspricht seinen Aktionären bis zum dritten Jahr jährlich 160 Millionen Dollar Kostensynergien. Genannt werden Größe, Einkauf, operative Effizienz und das eigene 80/20-Modell.

Wo wird gespart? Der Einkauf steht ausdrücklich im Plan. Darüber hinaus werden doppelte Verwaltung und IT, das Produktportfolio und vor allem die nächsten Investitionen zu den entscheidenden Punkten. Dann zählt, welcher Standort verlässlich planen und günstiger produzieren kann.

Das ist die Rechnung für politische Unzuverlässigkeit: Deutschland entwickelt Spitzentechnik, bremst den eigenen Markt – und Amerika entscheidet künftig, wohin der nächste Wachstums-Euro fließt.

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