Nachrichten ohne ÖRR-Filter
Die Nachrichten, bevor sie durch den Filter gehen.
Deutschland

Der Fall endet in der Zelle

Ein Stapel abgehefteter Aktenordner in einer Kiste in einem hellen leeren Büro, dahinter ein leerer Schreibtischstuhl

Der mutmaßliche Täter von Stade wird sich vor keinem Gericht mehr verantworten. Am Dienstagmorgen um 06:05 Uhr fanden Bedienstete den 45-Jährigen bei einer Kontrolle tot in seiner Zelle in der JVA Bremervörde. Der Notarzt stellte den Tod durch Strangulation fest. Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es nicht, teilte das niedersächsische Justizministerium mit; die Behörden gehen von einem Suizid aus.

Am 29. Juni hatte der Mann bei einem Hilfeplangespräch in einer Mutter-Kind-Einrichtung sechs Menschen erschossen, drei Mitarbeiter des privaten Trägers und drei des Jugendamts Hannover. Er saß wegen sechsfachen Mordes in Untersuchungshaft.

Mit seinem Tod endet die Aufklärung dort, wo sie am dringendsten wäre. Warum ein Mann, gegen den bereits wegen der mutmaßlichen Misshandlung seines eigenen Kindes ermittelt wurde, zu einem persönlichen Termin geladen wurde, wird kein Prozess mehr klären. Die Ermittlungen gegen die Mutter und die Patentante wegen Mordverdachts laufen weiter.

Mehr dazu: Stade: wo die Meldung endet.

Aus der Redaktion Ein Toter sagt nicht aus. Die Fragen, die Stade aufwirft, beantwortet nun niemand unter Eid.
← Zurück zur Startseite