Baerbock - Fremdschämen ohne absehbares Ende
Annalena Baerbocks öffentliche Auftritte sind eine einzige Peinlichkeit.
„No matter what my German voters think“, „360 degrees“, „we are fighting a war against Russia“: Versprecher, falsche Begriffe und verantwortungslose Formulierungen wurden zu internationalen Schlagzeilen. Baerbock redete – Deutschland musste erklären, was seine Außenministerin angeblich gemeint hatte.
Im August 2022 versprach sie der Ukraine Unterstützung, „no matter what my German voters think“. Eine deutsche Außenministerin stellte damit ihr Versprechen gegenüber einem anderen Staat sprachlich über den Willen der eigenen Wähler.
Demokratischer Hochmut in grottenschlechtem Englisch.
Im Februar 2023 erklärte sie auf der Münchner Sicherheitskonferenz, Wladimir Putin müsse sich um „360 degrees“ drehen. Gemeint waren offenkundig 180 Grad. Ausgerechnet auf der wichtigsten deutschen Bühne für internationale Sicherheit scheiterte die Außenministerin an einer Wendung, die jedes Schulkind verstehen sollte.
Ein einzelner Versprecher wäre belanglos. Bei Baerbock wurde er zum Muster: maximale Gewissheit und erschreckend wenig Kontrolle über die eigenen Worte.
„Krieg gegen Russland“
Am 24. Januar 2023 forderte Baerbock die europäischen Staaten auf, sich bei den Waffenlieferungen nicht gegenseitig zu beschuldigen. Dann sagte sie vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarats: „We are fighting a war against Russia.“
Die deutsche Außenministerin sprach öffentlich davon, dass „wir“ einen Krieg gegen Russland führten. Anschließend musste die Bundesregierung klarstellen, dass Deutschland keine Kriegspartei sei.
Baerbock hatte formal keinen Krieg erklärt. Sie hatte aber eine Formulierung gewählt, die international als deutsche Kriegsbeteiligung verstanden werden konnte. Das war diplomatische Fahrlässigkeit.
Der Posten für Baerbock
Deutschland hatte zunächst die erfahrene Spitzendiplomatin Helga Schmid für den Vorsitz der UN-Generalversammlung vorgesehen. Im März 2025 setzte die scheidende Bundesregierung Baerbock an ihre Stelle.
Die anschließend verkündeten 167 Stimmen klingen eindrucksvoller, als sie waren. Baerbock war die einzige offizielle Kandidatin. Die zuständige Regionalgruppe hatte sie für den Posten vorgeschlagen; einen regulären Gegenkandidaten gab es nicht. Trotzdem enthielten sich 14 Staaten, sieben schrieben die gar nicht mehr kandidierende Helga Schmid auf ihre Stimmzettel.
Baerbocks UN-Posten sollte nach Darstellung des Auswärtigen Amts auch Deutschlands Bewerbung für den Sicherheitsrat helfen. Das Ergebnis im Juni 2026: Portugal erhielt 134 Stimmen, Österreich 131 und Deutschland nur 104.
Österreich und Portugal zogen in den Sicherheitsrat ein. Baerbock verkündete die deutsche Niederlage.
Vom Vorsitz zum Türsteher
Nun endet ihr Jahr an der Spitze der Generalversammlung mit einem internationalen Eklat.
Bei der Auswahl des nächsten UN-Generalsekretärs forderte Baerbock den Sicherheitsrat auf, nur Bewerber zu berücksichtigen, die zuvor von der Generalversammlung angehört worden waren.
Damit wollte sie aus einer Anhörung eine Zugangskontrolle machen.
Die einschlägige UN-Resolution sieht öffentliche Dialoge vor, schützt aber ausdrücklich die Befugnisse des Sicherheitsrats. Die Präsidentin der Generalversammlung darf das Verfahren begleiten. Sie darf dem Sicherheitsrat nicht vorschreiben, welche Kandidaten er berücksichtigen soll.
Die amerikanische UN-Botschafterin Jennifer Locetta nannte Baerbocks Vorgehen eine „Kompetenzüberschreitung“ und „unverantwortlich“. Baerbock sehe sich als „diplomatischen Superstar“. Russlands UN-Botschafter Vassily Nebenzia kritisierte ebenfalls die Rolle, welche die Präsidentin sich selbst zuzuschreiben versuche.
Washington und Moskau sind sich in kaum einer wichtigen Frage einig. Baerbock brachte sie wenigstens darin zusammen, ihre Amtsführung öffentlich zurückzuweisen.
Was kommt als Nächstes?
Am 8. September endet Baerbocks UN-Amtszeit. Ihr Nachfolger steht bereits fest: Khalilur Rahman aus Bangladesch. Aus dem Bundestag ist Baerbock schon im Juni 2025 ausgeschieden.
Einen konkreten Anschlussjob hat sie bisher nicht genannt. In einem Interview kündigte sie lediglich an, ein „neues Lebenskapitel“ aufschlagen zu wollen. Ob sie in den USA bleibt, nach Deutschland zurückkehrt oder für den nächsten internationalen Posten vorgesehen wird, ist offen.
Nach ihren bisherigen Karrieresprüngen bleibt die Frage: Wo taucht Annalena Baerbock als Nächstes auf – und wer muss anschließend erklären, was sie gemeint hat?
Quellen: Forum 2000; BR24; Europarat; Bundesregierung; Tagesschau zur UN-Wahl; Vereinte Nationen; Tagesschau zur Sicherheitsratswahl; UN-Resolution 79/327; RND/dpa; Münchner Merkur